Kommt da noch irgendjemand draus?

 

Einen Tag nach der 0:1-Heimniederlage gegen Lausanne hat der HC Davos eine nicht für möglich geglaubte Reaktion gezeigt: Auswärts beim Leader EHC Biel gewannen die Bündner mit 7:2.

Was soll man dazu noch sagen? Der offensiv bisher völlig impotente Zweitletzte HC Davos kanterte am Samstagabend auswärts den National-League Leader Biel mit 7:2 nieder. Und dies nach einem denkbar miserablen Start: Nach 19 Sekunden musste Marc Wieser nach einem dummen Foul unter die Dusche, in dem folgenden 5-minütigen Powerplay schoss Biel den ersten Treffer, nach 13 Minuten führte der Leader mit 2:0. Doch Davos zeigte eine starke Reaktion und wendete die Partie bis in die 36. Minute. Und es waren nicht die etablierten Davoser Kräfte, die in Biel überzeugten – die Youngsters richteten es: Chris Egli schoss seine ersten zwei Saisontreffer, Davyd Barandun erzielte mit dem 3:2 sein erstes Tor in der National League. Dino Wieser, der seinen zweiten Saisontreffer zum Davoser Kantersieg beisteuerte, wollte nach dem Spiel den hohen Sieg gegenüber hcd.ch nicht überbewerten: «Wir wollten diesen Sieg unbedingt und brauchen ihn auch für unsere Moral. Auf dieses Spiel können wir aufbauen, wir haben heute eine paar Sachen gut gemacht, können aber sicher auch noch besser spielen. Wir sind immer noch auf dem 11. Tabellenplatz, wenn wir aber so weiterspielen, sind wir auf dem richtigen Weg.» Sein erstes Saisontor erzielte  in Biel Perttu Lindgren: «Heute freuen wir uns über diesen Sieg, aber im nächsten Spiel sind wir erneut enorm gefordert», so der Finne gegenüber der offiziellen HCD-Seite. Der Rückstand auf den Strich beträgt weiterhin 12 Punkte. Hier gehts zum Telegramm des Biel-Spiels, hier gehts zur National-League-Tabelle

Shutout-Niederlage vor eigenem Publikum

Einen Sieg in Biel sah wirklich niemand kommen, am Vortag unterlag der HCD einmal mehr vor eigenem Publikum – diesmal mit 0:1 gegen Lausanne. Für den HC Davos war es die dritte Shutout-Niederlage der Saison und eine weitere schmerzhafte Heimpleite. Der Frust sitzt tief, auch bei den Fans: Gerade mal 3201 Zuschauer wollten sich den Auftritt der Gelb-Blauen vor eigenem Publikum antun. Das Siegtor für Lausanne erzielte Dustin Jeffrey in der 35. Minute. Der HCD überzeugte zwar kämpferisch und agierte defensiv diszipliniert. In der Offensive blieben die Bündner aber einmal mehr harmlos. Das mangelnde Selbstvertrauen der del-Curto-Truppe ist offensichtlich, dazu kommt, dass Söldner Shane Prince noch vor dem Spiel seinen sofortigen Weggang bekanntgab. Der 26-jähriger US-Amerikaner war erst auf diese Saison hin zum HCD gestossen, konnte die Erwartungen als torgefährlicher Flügel aber nicht erfüllen. Dass er nun mitten in der schwierigsten Phase das Team im Stich liess, spricht nicht für den Stürmer, von dem sich der HC Davos so viel erhofft hatte. Fast gleichzeitig gab der HCD den Zuzug von Nationalspieler Fabrice Herzog für die nächste Saison bekannt. Der 23-jährige Flügelstürmer bestritt in bislang vier Saisons 161 Meisterschaftsspiele für die ZSC Lions und erzielte dabei 35 Tore und 39 Assists.    

 

(Bild: Archiv/Quelle: zVg.)