Ein Setzkasten mit Bündner Schätzen geht auf Reisen

Das halbe Jahrtausend ist voll. Ein halbes Jahrtausend voller Geschichten, und viele davon wollen in diesem Jahr erzählt werden. Ein Mittel dazu ist die Wanderausstellung «Bündner Schätze auf Reisen», die an Auffahrt bis im Oktober auf Tournee durch Graubünden geht. 

«Was ist Heimat?», fragte Jon Domenic Parolini am Dienstag vor den Medien in der Schreinerei Gasser in Haldenstein. Für den Regierungsrat ist Heimat ein unscheinbarer Lärchenzweig. «Ich habe ihn mitgenommen, um ihn dem Container mitzugeben. Es vermittelt auch ein Gefühl von Verwurzelung.»

«Der Container» hat in seinem Innern einen übergrossen Setzkasten, gestaltet von Gasser Holzbau. Es ist das Herzstück des Projekts und wird von Mai bis Oktober Schätze aus Graubünden sammeln, immer dort, wo er Station macht. Christoph Luzi, Projektleiter, nennt es auch «eine reisende Schatzkammer». Sie soll Spannendes und Informatives zur Geschichte und zur Kultur des Kantons erzählen. «Jubiläen sind Gelegenheiten, innezuhalten, sich für einen Moment aus dem Alltag herauszunehmen und sich zu überlegen: Wie ist das alles so geworden, wie wir es heute kennen und leben?», sagte Christoph Luzi. «Es ist auch ein Thermometer für das kollektive Kultur- und Geschichtsbewusstsein.»

Die reisende Schatzkammer ist eines der Projekte zur 500-Jahre-Feier des Kantons. Sie wird flankiert von begleitenden Massnahmen, wie das beim Kanton üblich ist: Jeder Tourneestopp hat seine Ouvertüre, meist begleitet von Slampoet Jachen Wehrli. An Samstagen werden Schätze der Bevölkerung gesammelt, die zuerst im Container und am Schluss in einer Sonderausstellung in einer Art Grande Finale im Rätischen Museum in Chur ausgestellt werden. 

Premiere mit Mattiu Defuns in Disentis

Mit dabei ist auch ein Wanderkrämer, gespielt von Erwin Dirnberger. Er trägt eine alte Krämerkiste mit ganz vielen grossen und kleinen Schubladen und erzählt damit Ausschnitte aus 500 Jahren Geschichte. Eine davon handelt von der 400-Jahr-Feier vor 100 Jahren: «Da hat man die Schlacht gespielt, die Schlacht an der Calven, aber die Ansprüche haben sich geändert», sagt Erwin Dirnberger, eingebettet in sein Schauspiel als Wanderkrämer. Schon er allein lohnt den Besuch der reisenden Schatzkammer. 

Der Auftakt der Wanderausstellung findet am 9. Mai ab 14 Uhr – Auffahrt – beim Schulhaus Via Cons in Disentis statt. Es gibt einen Apero, offizielle Ansprachen und Erläuterungen zur Wanderausstellung. Bevölkerung und Gäste sind hierzu herzlich eingeladen. 

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(Bilder: GRHeute)