Engadinerstrasse bleibt nach Felssturz wohl mehrere Wochen gesperrt

Am Samstagmorgen, 23. Dezember 2023, ereignete sich oberhalb der Engadinerstrasse bei Martina im Unterengadin ein Felssturz. Als Folge der Starkniederschläge der letzten Tage haben sich mehrere tausend Kubikmeter Gesteinsmaterial gelöst, wovon zwischen 50 und 100 Kubikmeter die Engadinerstrasse im Bereich zwischen Val Spelunca und Vestmezza verschüttet haben. Aufgrund der erforderlichen Sicherungs- und Räumungsarbeiten sowie der Instandsetzung der Strasse und Stützmauern bleibt die Engadinerstrasse zwischen Martina und der Landesgrenze voraussichtlich für mehrere Wochen gesperrt.

Ein Mitarbeiter des Tiefbauamts Graubünden entdeckte auf der morgendlichen Kontrollfahrt gegen 6 Uhr mehrere kleinere Steine auf der Engadinerstrasse zwischen der Abzweigung Vinadi und der Landesgrenze. Als er damit begann, diese wegzuräumen, lösten sich mehrere hundert Meter oberhalb der Strasse zwischen 15’000 und 20’000 Kubikmeter Felsmaterial. Der Mitarbeiter konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor ein Teil des Ausbruchs die Strasse verschüttete und weitere Blöcke über die Strasse hinaus in den Inn stürzten.

Blick von der Engadinerstrasse talwärts Richtung Inn.

 

Die bergseitige Stützmauer, die Fahrbahn sowie der Strassenkordon der talseitigen Stützmauer sind stark beschädigt und auf einer Länge von rund 20 Metern komplett zerstört. Das Ausbruchgebiet liegt zwischen der Samnauner- und der Engadinerstrasse. Dort, sowie in der Sturzbahn bis auf die Engadinerstrasse, befinden sich noch immer mehrere tausend Kubikmeter Gesteinsmaterial und einzelne grosse Blöcke mit einem Volumen bis zu 20 Kubikmetern.

Sturzbahn zwischen der Samnauner- und der Engadinerstrasse gefüllt mit Gesteinsmaterial.

 

Bevor mit den Räumungsarbeiten gestartet werden kann, muss das Ausbruchsgebiet gesichert werden. Aufgrund der grossen Mengen an losem Gesteinsmaterial, das sich noch im Ausbruchsgebiet befindet, ist es zur Sicherheit der Mitarbeitenden aktuell nicht möglich, das Gebiet zu betreten. Die Geologen konnten am Nachmittag eine erste Lagebeurteilung vom Helikopter aus vornehmen.

Dabei wurde ersichtlich, dass der Grossteil der Abbruchmasse bereits abgestürzt ist. Es befinden sich allerdings noch labile Felspakete im Hang. Das Tiefbauamt rechnet damit, dass die Strasse voraussichtlich noch für mehrere Wochen gesperrt bleibt. Eine genaue Einschätzung ist in der jetzigen Situation noch nicht möglich. Sobald ein Betreten des Gebiets sicherheitstechnisch möglich ist, werden umgehend Sicherungsarbeiten eingeleitet.

Alternativrouten und Strassenzustand

Die Engadinerstrasse ist zwischen Martina und der Landesgrenze gesperrt. Eine Umleitung via Nauders und Pfunds ist signalisiert. Die Umleitung führt über die Martinsbruckerstrasse nach Nauders und weiter über die Reschenstrasse nach Pfunds.

Aus Sicherheitsgründen ist auch die Samnaunerstrasse zwischen dem Abzweiger Vinadi bis Acla gesperrt. Reisende nutzen ebenfalls die Umfahrungsmöglichkeit via Nauders/Pfunds/Spiss.

Aktuelle Informationen finden Sie jederzeit unter www.strassen.gr.ch

 

(Bilder: zVg.)