Die FDP präsentiert sich als «bunter Haufen»

Sechs Kandidatinnen und Kandidaten der FDP Graubünden sagen voller Überzeugung: «Üseri Heimat isch Graubünda. Üsers Ziel heisst Bern.» Sie haben auf dem Bahnhofplatz, dem Tor zur grossen weiten Welt, ihre Wahlkampfstrategien präsentiert.

«Wir sind ein bunter Haufen», sagte Wahlkampfleiter Thomas Hobi am Mittwochmorgen vor den Medien auf dem Bahnhofplatz in Chur. Der «bunte Haufen» besteht aus den fünf Zugpferden Michael Pfäffli, Vera Stiffler, Andreas Züllig, Anna Giacometti und Martin Bundi, die allesamt auf der Liste zwei zu fnden sind. Zusätzlich war Martin Schmid vor Ort, der als Bisheriger wieder in den Ständerat will.

«Graubünden braucht den Freisinn», sagte Bruno Claus, FDP-Präsident des Kantons Graubünden. Und damit der Freisinn auch optimale Chancen hat, gibt es neben der Hauptliste 2 noch die Supporterlisten «Gemeinden» und «Gewerbe» sowie die Liste der Jungfreisinnigen. Das Ziel ist klar: Einen Sitz im Nationalrat gewinnen.

Und die Wahlinhalte? «Eine Erhöhung des Rentenalters ist für mich kein Tabu!», sagte der St. Moritzer Michael Pfäffli, Inhaber einer Gärtnerei. «Wir brauchen attraktive wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine liberale Wirtschaftsordnung.» Vera Stiffler will sich für Frauen einsetzen, damit sie sich wagen, Ämter zu bekleiden. Und die Rahmenbedingungen für Familien verbessern. «Für mich ist der Vaterschaftsurlaub überholt. Ich unterstütze die Elternzeit.»

Vom Piz Cengalo in die Öffentlichkeit gebracht

Andreas Züllig, Gastgeber im Hotel Schweizerhof auf der Lenzerheide, hat den Fokus im Tourismus. «Als Unternehmer und hotelleriesuisse-Präsident baue ich Brücken zwischen den Sozialpartnern, zu Andersdenkenden und über die Parteigrenzen hinweg.»

Bekannt als Fels in der Brandung, als hinter ihr alles zusammenbrach, ist die Gemeindepräsidentin von Bregaglia, Anna Giacometti. «Der Bergsturz vom Piz Cengalo hat mich in den Fokus des Interesses gerückt.» Jetzt will sie als Bergellerin nationale Politik machen. «Das Bergell produziert den Strom für einen Drittel der Stadt Zürich», sagte Anna Giacometti. Sie weiss genau, was der Wasserzins für Auswirkungen auf ihre Gemeinde und das Tal hat.

Der Letzte im Bunde der Hauptliste ist der Unternehmer Martin Bundi aus Trin Mulin. Der dreifache Familienvater sagt über sich, dass er wohl einen Mode-Tick habe. Er sieht sich aber vor allem als Vertreter von KMUs. «Ich freue mich auf den Wahlkampf!»

Damit der Wahlkampf auch umwelttechnisch auf dem neuesten Stand ist, steht den Kandidatinnen und Kandidaten ein Auto zur Verfügung. «Ein Elektro-Auto», sagte Thomas Hobi. Man dürfte es bis am 20. Oktober noch öfters auf der Strasse sehen.

(Bilder: GRHeute)