An der Premiere: OK-Präsident Sepp Fischer und Regierungsrat Martin Jäger (l.).

Wie musikalisch ist die Bündner Regierung?

Die Bündner Kulturszene ist im Aufwind. Sogar CNN berichtete kürzlich über Origen! In Reichenau wird zur Zeit ebenfalls das historische Freilichtspiel «Rohan und Jenatsch» aufgeführt. Höchste Zeit also, den Kulturminister Martin Jäger in seinem vorletzten Jahr als Regierungsrat auf den Zahn zu fühlen. Heute: Teil 1: Wie musikalisch ist die Bündner Regierung?

Herr Regierungsrat, wie musikalisch ist eigentlich die Bündner Regierung?

Martin Jäger: Musik ist effektiv ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich besuche jahrein, jahraus im ganzen Kanton viele Konzerte und sitze auch gerne selbst an meinem Klavier. Mein Lieblingskomponist ist Johann Sebastian Bach. Die Bündner Regierung ist ein harmonisches Gremium. 

Die verschiedenen Stimmen vertreten dabei die verschiedenen politischen Richtungen und ergeben zusammen einen durchaus wohlklingenden Chorklang. Am Regierungstisch suchen wir nach guten Lösungen.

Wirklich gesungen haben wir dabei allerdings noch nie.

Zuweilen wird es sogar etwas lauter, aber der jährlich wechselnde Dirigent oder die Dirigentin (Regierungspräsidium) achtet auf das Zusammenpassen der Töne, auf die Harmonie – im Interesse unseres wunderbaren Kantons Graubünden/Grischun/Grigioni.

Sie sind Aktivmitglied beim Jodelclub Calanda. Ist Ihnen während dem «Kulturkrimi» (gemäss Aargauer-Zeitung) das Jodeln nicht beinahe vergangen? (Wie war diese Zeit für Sie?)

Martin Jäger: Ja, ich bin seit 41 Jahren Aktivmitglied im ältesten Bündner Jodelclub – im 1. Bass. Im Sommer macht allerdings auch der Jodelclub Calanda eine längere Pause. Zu den Aufgaben eines Regierungsmitglieds gehört es, Probleme zu lösen. Der «Kulturkrimi» war eine schwierige Sache. Ich bin aber überzeugt, dass wir nun zusammen mit den beteiligten Personen eine gute Lösung finden konnten.

Die Förderung der Musik und Kultur ist sozusagen Ihr Tagesgeschäft. Was haben Sie da als Regierungsrat bis heute bewirken können?

Martin Jäger: Wir erhalten jedes Jahr über 800 Gesuche um Kulturförderung. Die meisten davon können wir berücksichtigen. Damit ermöglichen wir in allen 150 Tälern unseres dreisprachigen Kantons dieses vielfältige Kulturangebot und Kulturschaffen in allen Sparten, von Amateuren wie von professionellen Künstlerinnen und Künstlern.

Für die Kulturförderung stehen uns heute auch deutlich mehr Geldmittel zur Verfügung als vor sieben Jahren, als ich mein Amt angetreten habe.

Und dann hat der Grosse Rat dieses Jahr der Totalrevision des Kulturföderungsgesetzes zugestimmt. Dieses gibt uns für die nächsten Jahre eine moderne Grundlage, die Bündner Kultur in ihrer ganzen Breite noch besser unterstützen zu können.

Aber: Die Regierung oder mein Kulturdepartement machen nicht selbst Kultur. Wir wollen einfach geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

 

Dieses Interview wurde mit freundlicher Genehmigung von www.musikpost.ch zur Verfügung gestellt.

 

(Bild: Regierungsrat Martin Jäger mit dem OK-Präsidenten von «Rohan und Jenatsch», Sepp Fischer/www.musikpost.ch)