Aus dem Gesak wird ein Wettbewerb

Der Stadtrat hat die Sommerferien dazu genutzt, den Masterplan Sport- und Eventanlagen Obere Au Chur wettbewerbstauglich zu machen. Der Wettbewerb wird jetzt ausgeschrieben.

Urs Marti, Stadtpräsident von Chur, spricht von einem «riesigen Meilenstein»: Über die Sommerferien wurden die Unterlagen für einen Gesamtleisterwettbewerb erarbeitet. Warum ein Gesamtleisterwettbewerb? Das garantiert Kostenkontrolle und ein Bezugstermin. Die Bauherrschaft hat nur einen Vertragspartner und damit nur einen Vertragspartner. Der Gesamtleister hnadelt die Verträge aus und koordiniert die Bauarbeiten – plus organisiert die Garantiearbeiten. «Für einen solchen Job kommen nur fünf bis acht Unternehmen in Frage», sagte Urs Marti am Montagmorgen vor den Medien. «Wir übernehmen keine Risiken für Mehrkosten. Das setzt eine gewisse Grösse eines Unternehmens voraus.» Allerdings ist eine Bedingung, dass bei allen möglichen Arbeiten Churer Gewerbebetriebe bevorzugt werden.

Das Wettbewerbsverfahren sieht folgendermassen aus: Das Präqualifikationsverfahren ist bereits gestartet. In dieser Phase müssen sich die Firmen, die als Gesamtleister auftreten wollen, qualifizieren. «Dieses Verfahren führt zu weniger, dafür qualitativ hochstehenden Angeboten», sagte Urs Marti. Dieser erste Schritt dauert bis 25. September. Der Abgabetermin für den Wettbewerb ist der 15. Mai, die Jurierung findet am 20. Juni nächsten Jahres statt. Das Volk soll am 25. November statt finden, und am 9. Januar 2019 wird der Auftrag offiziell übergeben. Baustart ist kurze Zeit später, die Arbeiten sollen 2021 beendet sein.

Womit wir beim Kleingedruckten wären. Gemäss Urs Marti ist noch nicht klar, ob am 25. November über Eishockey und Fussball abgestimmt oder ob die beiden Vorlagen getrennt werden. «Wir wollen nicht, dass es wieder auf alles oder nichts hinausläuft», sagte Urs Marti. Der Fokus liege auf Eishockey, Fussball und American Football.

Klar ist nämlich: «Im Eishockey haben wir das Messer am Hals. Die Eisbahn muss ersetzt werden. Und ohne zusätzliche Trainingshalle ist der Eissport in Graubünden am Ende. Es wäre auch für den HCD und seinen Nachwuchs eine Katastrophe.» Die heutige Aussenanlage laufe energetisch wie 2500 Eistruhen, bei denen man den Deckel offen lasse. Die von Domenig sanierte Eishalle wird Ende August der Öffentlichkeit übergeben. «Man wird spüren, dass etwas gemacht wurde, aber nur so viel wie nötig», sagte der Stadtpräsident. Mit dieser Halle würden 300’000 Franken gespart – eine neue hätte 20 Millionen Franken und mehr als eine halbe Million Franken Unterhalt jährlich gekostet.

Was den Fussball betrifft: Das neue, bereits erstelle Kunstrasenfeld in der Oberen Au soll auf einer Seite noch eine Tribüne mit 3000 Plätzen sowie vier weitere Naturrasenplätze bekommen. «Wir sind zwar die 12. grösste Stadt der Schweiz, aber wir werden auch in Zukunft kein Stadion haben», sagte Urs Marti. «Es gibt deutlich kleinere Städte die ein Stadion haben.» Ziel ist, die Ringstrasse abzubrechen und so das Volk will, einen Ersatz für das alte Schulhaus Florentini zu bauen.

Mit den Leichtathleten, die sich übergangen gefühlt hatten, habe man Frieden geschlossen. «Es werden Lösungen gesucht.» Klar ist, dass es auf der Oberen Au keine Leichtathletikbahn geben würde – es käme zu teuer. Auch mit den Reitern sei eine Lösung gefunden worden. Die Reithalle bleibe stehen. Theoretisch gäbe es auch Platz beim Tierheim für eine neue Halle.

Und wieviel kostet das alles? Da hält sich die Stadt bedeckt. Gut 42 bis 47 Millionen Franken, schätzt der Projektleiter Hochbauten, Marco Cavelti. «Das kommt auf das Projekt drauf an.» Steuererhöhungen soll es wie versprochen keine geben, wie Urs Marti bekräftigte. «Die Achillesferse sind die Betriebskosten.» Diese sollen teilweise mit höheren Frequenzen wieder reingeholt werden.

Insgesamt entspricht das Vorgehen dem bereits vorgestellten Masterplan. «Man muss einfach auch mal sagen, dass es unter Umständen einfach auch teurer werden kann. Nur weil man etwas nicht verändert, heisst es nicht, dass es keine Kosten verursacht», sagte Urs Marti. Und was die Abstimmung betrifft: «Ich hoffe sehr, dass es nicht wieder Scheininfos gibt. Das will ich nicht noch einmal erleben.»

(Bild: GRHeute)