Steht das legendäre Bolgen Plaza vor dem Aus?

Die Nachricht hat uns schwer getroffen. Das Bolgen Plaza, die bekannteste und legendärste Aprés-Ski-Bar in Davos muss ab sofort nach erfolgreichen 20 Jahren bereits am helllichten Tag um 19 Uhr seine Lichter löschen. Und das wegen eines lärmempfindlichen Zweitwohnungsbesitzers.

Die Meldung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Medien berichten mit Headlines wie «Bolgen Plaza muss Gäste um 19 Uhr rauswerfen», so 20Minuten oder «Aus die Party in der Davoser Après-Ski-Institution Bolgen Plaza» titelt der Sarganserländer.

Jeder, der Davos kennt, kennt auch das legendäre Bolgen Plaza. In kaum einer anderen Lokalität in Graubünden wurde nach dem Ski- und Snowboardfahren so feucht-fröhlich und vor allem so lange gefeiert und getanzt, wie auf den 500 Quadratmetern im zweistöckigen Lokal. 20 Jahre lang war das Lokal so beliebt, dass es von vielen auch unabhängig vom Schneesport aufgesucht wurde – auch zu späterer Stunde noch.

Doch damit ist nun Schluss! Der Besitzer mehrerer Ferienwohnungen, von denen er eine selber nutzt, zog gegen die allabendliche Party bis vors Bundesgericht. Erfolgreich. Für den Betrieb des in einer Landwirtschaftszone liegenden Davoser Fest-Lokals mit Restaurant bis in späte Nachtstunden hinein fehle seit Jahren die rechtliche Legitimation, befand das Gericht in Lausanne.

Touristiker sind sprachlos

«Der Entscheid des Bundesgerichts ist für uns ein Schlag in die Magengrube», schreibt Reto Branschi, CEO der Destination Davos Klosters, in einer Stellungnahme. Es scheine, als wäre das Tourismus-Verständnis abhandengekommen. Davos verliere das bekannteste Après-Ski-Lokal und damit eines der Aushängeschilder und einen der Beweggründe, in den Wintersport zu reisen.

Es stimme nachdenklich, wenn Zweitwohnungsbesitzer einen solchen Entscheid aus rein persönlichem Interesse erwirken könnten, so Branschi. Eine Jahrzehnte lange Tradition einer Unternehmung werde unterbunden und ein ausgewiesenes Gästeinteresse verhindert.

Auch in den Sozialen Medien sorgt diese Nachricht für rote Köpfe. Wie soll denn unser Tourismus überleben, wenn allerorts die Lichter bereits am helllichten Tag gelöscht werden?

 

(Screenshots: Facebook, Bild: Bolgen Plaza)