Sieg in letzter Minute: HCD steht im 1/8-Final

Der HC Davos musste gegen IFK Helsinki mit zwei Toren gewinnen, um in die Achtelfinal der Champions Hockey League einzuziehen. 70 Sekunden vor Schluss war es aber erst ein Tor Vorsprung – am Ende aber drei. Damit zieht der HCD als einziger Schweizer Verein in Europas Top 16 ein.

 

Ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied musste für den HCD her, um in die Top-16 Europas einzuziehen – und es wurde das erwartet dramatische Spiel im Davoser Eispalast. Nach dem 1:2 in Helsinki hiess es darum für den HCD in erster Linie «Gewinnen», Um den geforderten Zweitorevorsprung wollten sich die Bündner später kümmern. Und es wurde später.

1. Drittel: Früher Rückstand

Das Spiel begann vor 4145 Zuschauern denkbar schlecht für den HCD: In der 11. Minute musste Jan Brejcak auf die Strafbank, die Gäste nutzten die numerische Überlegenheit eiskalt durch Joonas Raask, der schon im Hinspiel als Doppeltorschütze auffiel, zum 1:0.

Lange musste der HCD-Anhang aber nicht auf eine Reaktion warten: 42 Sekunden später holte sich Perttu Lindgren im Alleingang den Ausgleich zurück.

2. Drittel: Chancenplus nicht ausgenützt

Und es kam noch besser: Kaum hatte das Mitteldrittel begonnen, fasste sich Beat Forster ein Herz und überwand den finnischen Keeper Ville Husso. Der HCD bestimmte in der Folge das Spiel und kam zu einer ganzen Reihe an Chancen – doch wie schon im Hinspiel erwies sich der finnische Keeper als fast unüberwindbar. Und so kam es, wie es immer kommt, wenn man die Tore nicht macht: In der 32. Minute entwischte Corey Elkins der Davoser Hintermannschaft und egalisierte das Spiel erneut.

Trotz eines überdeutlichen Schussverhältnisses von 20:7 läutete die Pausensirene nach 40-Minute mit einem Zwischenstand von 2:2.

3. Drittel: Lindgren trifft erneut

Das Schlussdrittel begann ganz nach dem Geschmack der HCD-Fans: Zuerst legte sich Andres Ambühl mit Raask an, von den folgenden Strafen profitierte Davos: Nach wenigen Zeigerumdrehungen skorte erneut Perttu Lindgren im Alleingang zum 3:2. Mit diesem Resultat wäre es zur Verlängerung gekommen. Die Finnen waren darüber aber überhaupt nicht glücklich und verschärften das Tempo: HCD-Keeper Leonardo Genoni musste gleich mehrfach in extremis abwehren. Neun Minuten vor Schluss wurde es dann nochmals ganz heiss: Doch auch im Powerplay blieb das Davoser Tor für Helsinki wie zugenagelt. Die Gäste erspielten sich nun aber ein klares Chancenplus. Bis zwei Minuten vor Schluss: Der immer noch entnervte Jonas Raask musste erneut in die Kühlbox, Arno del Curto mahm das obligate Timeout. Und tatsächlich: 70 Sekunden vor Schluss traf Dario Simeon zum Gamewinner. Mit einem Treffer von Rückkehrer Gregory Sciaroni ins leere Gehäuse von Helsinki besiegelten die Bündner das Schicksal der Gäste und ziehen in den 1/8-Final der Champions Hockey League ein. Als wertvollster Spieler des HCD wurde Doppeltorschütze Perttu Lindgren ausgezeichnet.

Der HCD steht damit in den Top 16 Europas. Dort treffen die Bündner auf das tschechische Spitzenteam Bili Tygri Liberec treffen, das Linköpping mit einem Gesamtskore von 10:4 eliminierte.

 

Davos – IFK Helsinki 5:2 (1:1, 1:1, 3:0)
4145 Zuschauer. – SR Brüggemann/Wehrli (De/Sz), Bürgi/Kovacs (Sz/Sz).
Tore: 14. (13:52) Ikonen (Rask, Ramstedt/Ausschluss Brejcak) 0:1. 15. (14:35) Lindgren (Marc Wieser, Paulsson) 1:1. 22. Forster 2:1. 32. Elkins (Grillfors, Auvitu) 2:2. 42. Lindgren (Paulsson/Ausschlüsse Ambühl; Rask) 3:2. 59. (58:50) Simion (Axelsson, Paulsson/Ausschluss Rask) 4:2. 60. (59:19) Sciaroni (Dino Wieser, Walser) 5:2 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 6mal 2 Minuten gegen IFK Helsinki.
Davos: Genoni; Guerra, Brejcak; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung; Ambühl, Axelsson, Dino Wieser; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Aeschlimann, Ryser; Simion, Walser, Jörg; Kessler.
IFK Helsinki: Husso; Grillfors, Auvitu; Generous, Järvinen; Teppo, Taipalus; Heikkinen; Rask, Ramstedt, Ikonen; Puustinen, Elkins, Partanen; Tamminen, Leino, Luttinen; Mieho, Nykopp, Asten; Saarelainen.
Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Du Bois und Kindschi (alle verletzt). Lattenschuss Aeschlimann (24.). Timeouts Davos (58:19) und IFK Helsinki (59:12). Helsinki von 58:58 bis 59:19 ohne Torhüter.

(Bild: EQ Images/Jakob Menolfi) Bracket