Leserbrief zur Abstimmung über die Brambrüeschbahn
Im Gespräch mit Churerinnen und Churer sind mir als Präsidenten des Verwaltungsrates in den letzten Tagen gute Fragen gestellt worden. Die Antworten und Hintergründe teile ich gerne mit der Leserschaft der Churer Medien.
Wird keine neue Linienführung kommen und die Talstation bleiben, wo sie ist, dann wird nur etwa die Hälfte, also rund 6000 Quadratmeter, für Neues zur Verfügung stehen. Da vergibt sich die Stadt viel Fläche und Potenzial für neue Einnahmen und eine gesunde Entwicklung, inklusive Wohnungsbau. Mit der Entwicklung des Areals muss eine Tiefgarage eingeplant werden, die auch in der ersten Quartierplanvorlage so vorgesehen war. Die Bergbahnen werden dann einen Teil einmieten. Investitionen am Berg plant die Bahn seit einigen Jahren im Hinblick auf einen Ganzjahresberg. Neue Angebote wie der Rutschbahnweg, der Wasser- und Erlebnisspielplatz und Bikeangebote zielen auf Sommergäste, die schon heute 50 Prozent ausmachen. Die Tschu-Tschu-Bahn oben auf dem Berg wird durch eine vollelektrische Bahn ersetzt. Die beiden Anlagen (Skilift, Kinderlift) im Skigebiet erfüllen alle technischen Vorgaben und verfügen über neue Sicherheitssysteme. Die beiden Anlagen können noch viele Jahre betrieben werden.
Ebenfalls auf die veränderten Bedürfnisse und den Betrieb als Ganzjahresdestination ist das neue Panorama-Restaurant auf Fülian, an der Mittelstation, ausgerichtet. Dieses wird privat finanziert und ist nicht Teil der Vorlage. Es wird die Gäste beherbergen, die auch die neuen Angebote am Berg zwischen Berg- und Mittelstation nutzen. Gleichzeitig wird damit ein neues Marktsegment erschlossen. Die Aussicht ins Churer Rheintal, nur 7 Minuten von der Stadtmitte entfernt bis zum Mittagessen oder zum Gruppenevent, bietet auch ohne Aktivität am Berg ein tolles Erlebnis, welches nur wenige anzubieten haben. Gefahren wird mit 10er-Gondeln. Die Grösse der Kabinen ist nicht primär entscheidend, sondern die Frequenzerhöhung gibt die Anzahl vor. Mit 10er Gondeln können Bikes, Rollstühle und Kinderwagen ideal in die Gondel genommen werden. Die Gondeln sind für alle nutzbar, 10er-Gondeln erlauben es, die Anzahl so zu definieren, dass es auch im Unterhalt weniger Aufwand künftig braucht.
Besonders am Herzen liegt dem Verwaltungsrat, dass auch mit der neuen Bahn nach Brambrüesch das erfolgreiche Uffa-Abo weiterhin angeboten wird. Nach einem Ja werden wir alles daransetzen, die neue Bahn im Winter 2028/29 in Betrieb zu nehmen – selbstverständlich mit einem Uffa-Abo.
Andreas Riedi, Chur

