Nun hat auch Graubünden eine Medaille – Nadja Kälin läuft zu Olympia-Silber

Graubünden darf jubeln: Mit Nadja Kälin steht erstmals eine Engadinerin bei Olympischen Spielen im Langlauf auf dem Podest. Gemeinsam mit Nadine Fähndrich gewann die 24-Jährige im Teamsprint der Frauen an den Spielen von Milano Cortina 2026 sensationell die Silbermedaille. Damit schreibt Kälin nicht nur persönliche, sondern auch kantonale Sportgeschichte.

Der Grundstein für den Erfolg wurde früh gelegt – und zwar von Nadja Kälin selbst. Nach ihrer umstrittenen Nomination zeigte sich die Engadinerin im Rennen völlig unbeeindruckt. Bei all ihren Ablösungen hielt sie den Anschluss an die Weltspitze, lief taktisch klug und übergab stets in aussichtsreicher Position. Als Fünfte schickte sie Teamkollegin Fähndrich auf die Schlussrunde – mit Kontakt zur Medaille.

Dass diese Rechnung aufging, ist auch Kälins Verdienst. Ihre Leistung gab der Schweizer Schlussläuferin die nötige Ausgangslage für eine furiose Aufholjagd. Zwar reichte es am Ende im Val di Fiemme hauchdünn nicht ganz zu Gold, doch der Rückstand auf die schwedischen Favoritinnen betrug lediglich 1,4 Sekunden. Deutschland komplettierte das Podest.

Nadja Kälin (r.) nimmt olympisches Edelmetall entgegen.

 

Für Kälin ist Silber der mit Abstand grösste Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Während Fähndrich schon drei WM-Medaillen vorweisen kann (1x Silber, 2x Bronze), steht Kälin zum ersten Mal an einem Grossanlass auf dem Podest. Auch aus Schweizer Sicht ist der Erfolg historischer Natur. Nach je vier Gold- und Bronzemedaillen geht erstmals eine Langlauf-Silbermedaille in die Schweiz. Bei den Frauen hatte zuvor einzig die Staffel 2002 für Edelmetall gesorgt.

Noch vor wenigen Monaten hatte die für den SC Alpina St. Moritz startende 24-Jährige  ihr olympisches Ziel vorsichtig formuliert, nun übertraf sie es deutlich. Bereits zuvor war sie mit starken Auftritten im Skiathlon und über 10 Kilometer aufgefallen. In Italien bestätigte sie ihren steilen Aufstieg eindrücklich.

Die Distanzspezialistin aus dem Engadin gilt als grosse Gewinnerin dieser Spiele im Schweizer Team. Mutig, frech und erstaunlich abgeklärt lief sie gegen die Besten der Welt. Dass Graubünden nun ebenfalls eine Olympiamedaille feiern darf, ist eng mit ihrem Namen verbunden – und erinnert nur allzu gerne an die grossen Jahre des vierfachen Olympia-Goldmedaillengewinners Dario Cologna.

 

(Bilder Nadine Fähndrich (l.) und Nadja Kälin (r.)/SRF)