Graubünden hat jetzt hospital@home

Hochwertige Medizin im eigenen Zuhause: Mit dem Pilotprojekt hospital@home ermöglicht das Kantonsspital Graubünden (KSGR) in Zusammenarbeit mit ÖKK erstmals eine stationäre Spitalbehandlung ausserhalb der Spitalmauern. Die Pilotphase startet im März 2026 und dauert bis Februar 2028. Während dieser Phase können nur ÖKK-Mitglieder davon profitieren. 

Das Gesundheitswesen steht vor grossen strukturellen Herausforderungen: Eine zunehmend ältere und multimorbide Bevölkerung, der Fachkräftemangel in Pflege und Medizin sowie der hohe Kostendruck bei begrenzten Ressourcen erfordern neue Versorgungsmodelle. hospital@home setzt genau hier an und verlagert die stationäre Behandlung, bei klar definierten Indikationen, ins Zuhause der Patientinnen und Patienten. Beim Modell hospital@home erhalten Patientinnen und Patienten mit einer Spitalindikation eine ärztliche und pflegerische Betreuung auf Spitalniveau in den eigenen vier Wänden, wie die ÖKK und das Kantonsspital Chur in einer gemeinsamen Medienmitteilung vom Dienstag schrieben. 

Internationale Studien zeigen, dass diese Behandlungsform sicher und wirksam ist: Die medizinischen Outcomes sind mindestens gleichwertig, gleichzeitig treten weniger Delirien, Infektionen und Immobilität auf, dies ohne erhöhte Sterblichkeit. «Mit hospital@home bringen wir hochwertige Medizin dorthin, wo sie für viele Patientinnen und Patienten am sinnvollsten ist – ins eigene Zuhause», sagt Gregory Fretz, Leitender Arzt der Poliklinik am Kantonsspital Graubünden. Das Modell entlastet das Zentrumsspital und schafft eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung moderner Versorgungsformen im Kanton Graubünden.

Das Pilotprojekt richtet sich an Patientinnen und Patienten in einem Umkreis von rund 30 Minuten Fahrzeit zum Kantonsspital Graubünden. Die medizinische Verantwortung und Durchführung liegen beim KSGR, die Bündner Kranken- und Unfallversicherung ÖKK unterstützt das Projekt finanziell.

«Die Zukunft der Gesundheitsversorgung liegt in flexiblen und patientennahen Modellen. Wir engagieren uns in diesem wegweisenden Projekt, um gemeinsam mit dem Kantonsspital die medizinische Versorgung in Graubünden aktiv weiterzuentwickeln», sagt Patrick Heinz, Bereichsleiter Leistungen und Mitglied der Geschäftsleitung bei ÖKK. Die Spitex unterstützt das Projekt mit pflegerischen Visiten bei bestimmten Patientinnen und Patienten. Das Angebot ist während der Pilotphase exklusiv für ÖKK-Versicherte vorgesehen und wird wissenschaftlich von der FHGR begleitet.

(Bild: GRHeute)