«Wir sind gegen die Vorlage, nicht gegen Brambrüesch»

Zu teuer, zu überflüssig, zu unsicher: Das Nein-Komittee zur Direktverbindung der Brambrüeschbahn hat am Mittwoch seine Argumente präsentiert. Ihre Kernaussage: Wir sind für Brambrüesch, aber nicht unter diesen Umständen. 

Am 8. März kommt eine altbekannte Vorlage zur Abstimmung: Die Direktverbindung auf den Churer Hausberg Brambrüesch. Zwar stimmte das Churer Stimmvolk dem Anliegen schon einmal zu, doch damals kostete das Projekt 24,4 Millionen Franken. Weil die neue Bahn jetzt mit 40,6 Millionen Franken teurer wird als damals versprochen, muss nochmals darüber abgestimmt werden. (Verkürzte Version.) 

Nachdem sich die Befürworter:innen der Vorlage schon vor knapp einem Monat zu Wort gemeldet hatten (GRHeute berichtete: «Brambrüesch ist ‚kein Luxusprojekt’»), luden die Gegner am Mittwoch zur Medienkonferenz im Hotel Stern in Chur. Das Überparteiliche Nein-Komitee besteht aus den Gemeinderatsmitgliedern Walter Hegner, Peter Kamber, Hanueli Salis (alle SVP, Daniel Lütscher (FDP), Vincenzo Cangemi, Barbara Rimml (beide SP), SVP-Grossrat Mario Cortesi, alt SP-Gemeinderat Werner Caviezel und SP-Vorstandsmitglied Giuseppe Falbo. Letzterer sowie Barbara Rimml und Hanueli Salis waren nicht an der Medienorientierung vertreten. 

«Es ist eine emotionale Abstimmung», sagte Walter Hegner. «Wer ist schon gegen unseren Hausberg. Wir sind aber nicht gegen Brambrüesch, sondern gegen die Direktverbindung.» 40 Millionen Franken für eine Bahn die es nicht brauche, seien zuviel. Die Pendelbahn könne noch 30 Jahre weiter betrieben werden. Und bei einer Ablehnung der Abstimmung werde der Stadtrat sofort einen Auftrag für die Evaluation der zweiten Sektion erteilen. 

Auch für Vincenzo Cangemi ist das Projekt «völlig überdimensioniert». «Besonders stossend ist auch der für das Projekt notwendige Kauf eines nicht bebaubaren, steilen und sonnenarmen Grundstücks für 4,522 Millionen Franken, was einem Quadratmeterpreis von 1183 Franken entspricht», sagte Vincenzo Cangemi. «Auch die historische Stadthalle müsste dafür abgerissen werden.» In Chur fehlten aber Veranstaltungsräume und Proberäume für Theater und Musikvereine. Der Erhalt dieses Objekts wäre nachhaltig und sinnvoll. 

Die neue Direktverbindung bindet gemäss Vincenzo Cangemi erhebliche finanzielle Mittel und macht ab 2027 sogar eine Erhöhung des Steuerfusses um eine Prozent notwendig. «Dabei stehen in Chur zahlreiche dringende Projekte an: Sanierungsbedürftige Schulhäuser, das Hallenbad, das Stadttheater und dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum.» 

Mario Cortesi bemängelte zudem, dass in der Planung Zehner-Gondeln vorgesehen seien. «Das gibt es in St. Moritz auch nicht», sagte er. Und dort sei das Einzugsgebiet viel grösser. «Eine Umsteigesektion schadet nicht.» Die Projektierung sei total unseriös verlaufen, das liesse sich nicht wegdiskutieren. Auch er wollte unbedingt festgehalten haben, dass bei einem Nein an der Urne sofort ein Auftrag für einen Ersatz der zweiten Sektion vom Känzeli auf den Berg erteilt werde. «Ein Nein zur Direktverbindung ist nicht ein Nein zu Brambrüesch. Es  bedeutet, sich auf das Notwendige zu konzentrieren.» 

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(Bild: GRHeute)