Der Werkhof Thusis, ein zentraler Betriebsstandort des Bundesamts für Strassen ASTRA und des Tiefbauamts Graubünden, ist zu einem zukunftsweisenden Vorzeigeobjekt für nachhaltige Infrastruktur geworden: Mit der Inbetriebnahme einer leistungsstarken Photovoltaikanlage auf vier Gebäuden wird künftig jährlich rund 0,75 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt – genug, um 170 Haushalte zu versorgen.
Die neue Photovoltaik-Gesamtanlage mit einer installierten Leistung von 752 kWp verteilt sich auf die Dächer und Fassaden der Geräte- und Einstellhalle, der Werkstatt, der Salzhalle sowie der neuen Mehrzweckhalle und nutzt somit eine Produktionsfläche von ca. 3’350 m2. Zum Einsatz kommen aufgeständerte Flachdachanlagen und Fassadenmodule – letztere insbesondere an der Salzhalle, wo rund ein Sechstel der Module vertikal montiert ist. Dies verbessert die Winterstromproduktion durch tief stehende Sonneneinstrahlung, wie das Bundesamt für Strassen Astra am Freitag mitteilte.
Das ASTRA nutzt die vorhandene Infrastruktur doppelt: für den Betrieb unserer National- und Kantonsstrassen – und für die klimafreundliche Stromproduktion. Der Werkhof Thusis ist ein gelungenes Beispiel für diese zukunftsgerichtete Kombination.
Die PV-Anlage deckt einen Grossteil des Eigenverbrauchs vor Ort – z. B. für Werkstätten, Salzlager, Betriebsinfrastruktur und Winterdienst. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist und stärkt die regionale Versorgung mit erneuerbarer Energie. Gleichzeitig wurde die elektrische Infrastruktur für künftige E-Mobilität und intelligentes Lastmanagement vorbereitet.
CO₂-Einsparung von über 80 Tonnen pro Jahr
Mit rund 750’000 kWh Jahresproduktion vermeidet der Werkhof Thusis jährlich über 80 Tonnen CO₂, gemessen am aktuellen Strommix der Schweiz. Besonders im Winterhalbjahr entlastet der lokal produzierte Strom das Stromsystem – gerade in Zeiten, in denen importierter Strom oft deutlich höhere Emissionen verursacht.
Erneuert, erweitert, modernisiert: Instandstellungsarbeiten im Überblick
Neben der Photovoltaik-Anlage wurden auch bauliche Massnahmen umgesetzt:
- Neubau Mehrzweckhalle (2023–2024): Moderner Holzbau mit Technikraum und PV-Dach
- Dachsanierungen (2024–2025): Werkstatt, Einstellhalle, Salzhalle – inklusive PV-Montage
- Totalsanierung Salzhalle (2025): Holzbau, Erdbebenertüchtigung, Fassaden-PV
- Neue Transformatorenstation, Niederspannungsverteilung und Versorgungsleitungen (2025): Stärkung der elektrischen Infrastruktur
Mit einem Salzlager von ca. 3’600 Tonnen Kapazität (zusätzlich 200 Tonnen im Silo) betreibt der Werkhof Thusis zudem das grösste Salzlager im Kanton Graubünden – eine wichtige Drehscheibe für den Winterdienst auf Kantons- und Nationalstrassen in der Region.
Ein gemeinsames Projekt von Bund, Kanton und Wirtschaft
Der Werkhof steht im Eigentum des Bundes (ASTRA) und des Tiefbauamts Graubünden. Gemeinsam mit der Kraftwerke Hinterrhein AG und weiteren Planungsbüros und Unternehmern wurde die Gesamtanlage über mehrere Etappen hinweg realisiert. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf rund 9,3 Millionen Franken.
Teil der ASTRA-Nachhaltigkeitsstrategie
Der Werkhof Thusis ist Teil der Strategischen Ausrichtung 2024–2030 des ASTRA. Darin ist verankert, dass die Umweltauswirkungen des Betriebs reduziert und erneuerbare Energien gezielt auf Infrastrukturen wie Werkhöfen, Tunnelportalen und Betriebszentralen genutzt werden sollen. Weitere Standorte mit ähnlichem Konzept sind unter anderem die Werkhöfe Brig und Wallisellen.
(Bild: zVg.)

