Zürich liegt (ganz kurz) im Kanton Graubünden

Kaum ist das letzte bisschen Abgas hinter Fläsch in den Nachbarkanton entschwunden, werden einem von Graubünden Ferien die nächsten Zürcher präsentiert. (Das Gendern ging hier nicht vergessen: Es waren nur Männer.) Oder anders: Der Gastauftritt am Sechseläuten von Mitte April in Zürich wirft seine Schatten voraus. (Nicht zuletzt mit dem Abspielen des Sechseläuten-Marschs.) 

Das GKB-Auditorium Chur war am ersten Montag nach den Weihnachtsferien proppenvoll. Graubünden Ferien hatte zu seinem alljährlichen Neujahrsapéro geladen und CEO Martin Vincenz sprach von einem Rekord an Besucher:innen. Das Programm versprach ein paar Highlights: Andres Ambühl, zurückgetretener Rekordspieler des HCD, Felix Boller, Präsident Zentralkomitee der Zünfte Zürich und Jürg Schmid, Verwaltungsratspräsident von Graubünden Ferien. 

Graubünden und Zürich haben unter anderem eines gemeinsam: Beide vertreiben den Frühling mit einem speziellen Event: Graubünden mit dem Chalandamarz am 1. März, Zürich mit der Verbrennung des Böögg im April, heuer am 20. April. Graubündens Tourismusminister Marcus Caduff erhofft sich für diesen Anlass, «ganz viel Charme» nach Zürich transportieren zu dürfen. Dass am Sechseläuten ein riesiger Schneemann explodiert, findet er auch nicht graubünden-feindlich: «Ich glaube, im April hat niemand mehr etwas dagegen, wenn der Schnee weggeht», sagte Marcus Caduff. 

Und wie sieht es Felix Boller, Präsident Zentralkomitee der Zünfte Zürich? «Graubünden ist der beste Gastkanton ever», sagte er. Auf die Frage von Martin Vincenz, wie es bei den Zünften um den Frauenanteil bestellt sei, sagte er, dass das Komitee den Zünften nichts vorschreibe. Es gäbe aber mittlerweile einige Zünfte mit Frauen, «und das geht gut.» (Die Bemerkung führte zu einem Raunen im Saal.) 

Von wegen Frauen und Männern – Präsident Jürg Schmid sprach dieses Mal nicht über verwelkte Salate im Coop Regal, sondern davon, dass Ferien Akquisitions-Momente für Paartherapeuten seien. «Am schwierigsten ist der dritte Tag. Mein Tipp: Machen Sie an diesem Tag ein getrenntes Programm.» Dennoch seien gemeinsame Erlebnisse das, an was man sich am Ende des Lebens erinnere – «und nicht das neueste Louis-Täschchen.»

Hoffentlich nicht am Ende des Lebens, aber ganz sicher am Ende seiner Hockeyspieler-Karriere ist Andres Ambühl angelangt. Im Interview mit Somedia-Sportchef Roman Michel gab er Einblicke über sein neues Leben nach dem HCD. Sein neues Leben sei bis jetzt sehr lehrreich. «Ich vermisse nicht viel, es kam soviel Neues», sagte er. Das erste Mal seit seinem Rücktritt sei er vor zwei Tagen auf dem Eis gewesen – mit seinen zwei Kindern. Denen, so sagte er, möge er im Moment schon noch nach. 

Der Neujahrsapéro hatte auch eine Weltpremiere zu bieten: Einen eigens für den Sechseläuten-Auftritt komponierten Song von Simon Klucker. Aber darüber soll ein ander Mal geschrieben werden. 

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(Bild: GRHeute)