Drei Etappen für ein überregionales Kulturzentrum für Trun

Der Vorstand des Vereins Trun Cultura hat im Januar 2020 ein Expertenteam beauftragt, die Machbarkeit eines Kulturzentrums von nationaler Ausstrahlung in Trun zu prüfen. Die im Januar 2021 dem Vereinsvorstand präsentierte Machbarkeitsstudie zeigt das Potenzial von «Trun Cultura» auf. Die ersten Umsetzungsschritte stehen bevor.

Zwei Voraussetzungen waren für die Prüfung der Machbarkeit eines überregionalen Kulturzentrums in Trun gegeben: Der «genius loci» – der Geist des Standortes – mit den bekannten Künstlerbrüdern Alois und Zarli Carigiet sowie Matias und Hendri Spescha dienten als Ausgangsbasis für eine künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Zudem waren der Trägerschaft drei denkmalwürdige Bauten in Trun als Inszenierungsorte für ein solches Zentrum angetragen worden: die Brandruine Casa Carigiet, Geburtshaus von Alois und Zarli Carigiet, sowie die unter nationalem Denkmalschutz stehende Casa Desax und Teile der ehemaligen Tuchfabrik.

Etappiertes Vorgehen empfohlen

Der Fachausschuss hat im Laufe des letzten Jahres die gestellte Aufgabe unter Einbezug regionaler Akteure wahrgenommen und die Ergebnisse am 9. Januar 2021 dem Vereinsvorstand präsentiert. Die Machbarkeitsstudie zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln das Potenzial von «Trun Cultura» auf und empfiehlt ein etappiertes Vorgehen mit realistischen Zielen.

Besichtigung der Brandruine Casa Carigiet.

Der Vorstand hat diese Empfehlungen angenommen und nun die ersten Entscheidungen für die Umsetzung gefällt:

  • In Teilen der ehemaligen Tuchfabrik soll im Frühjahr 2022 das Schaudepot «Spazi Spescha» für den künstlerischen Nachlass von Matias Spescha eingerichtet werden.
  • Die unter kantonalen Denkmalschutz gestellte Casa Carigiet soll wieder aufgebaut und als Museumszentrum der Brüder Alois und Zarli Carigiet im Jahr 2024 eröffnet werden. Dafür wird eine Baukommission gebildet.
  • Die Casa Desax als Literatur- und Musikhaus sowie als Künstlerresidenz und Hotelbetrieb rundet die Vision Trun Cultura ab, bedarf aber noch weiterer Abklärungen bis im Herbst 2021.

Um solide Strukturen für die Realisation dieser Teilprojekte zu schaffen, wurde zudem entschieden, den Vereinsvorstand durch juristische, finanzielle und kuratorische Kompetenzen zu stärken, ein Patronatskomitee mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft zu bilden sowie eine Geschäftsstelle für die Umsetzung und den Betrieb der Teilprojekte aufzubauen.

Kosten zwischen 6.1 – 9.1. Mio Franken

Die gesamten Investitionskosten bewegen sich zwischen 6.1 Mio. Franken (Kombination Fabrik 1. OG und Casa Carigiet) und 9.1 Mio. Franken (komplette Realisierung aller Teilprojekte: Casa Carigiet, Fabrik 1. OG, Casa Desax und Fabrik EG). Die Schätzungen der jährlichen Betriebskosten für eine professionelle Betreibung der Teilprojekte belaufen sich auf 389’000 Franken (Kombination Fabrik 1. OG und Casa Carigiet, einschliesslich der Grundkosten des Vereins Trun Cultura) bis 591’000 Franken (komplette Realisierung, einschliesslich der Grundkosten des Vereins).

Aufbau Notdach Casa Carigiet Trun.

Die vorliegenden Grobkostenschätzungen für Investition und Betrieb dienen als Basis für die Mittelbeschaffung. Zur Deckung dieser Kosten wurden verschiedene Finanzierungsmodelle erarbeitet. Teilweise braucht es dafür noch vertiefende Abklärungen. Eigenmittel sollen auch durch Mitgliederwerbung und Sammelaktionen generiert werden.

 

Mitglieder Fachausschuss
 
Der Fachausschuss: Peter Fischer, Lisa Schmidt-Candinas, Simon Berger, Remo Derungs, Thomas Imboden, Kajo Bächle (v.l.).
  • Lisa Schmidt-Candinas vertritt den Vorstand von Trun Cultura im Fachausschuss und ist zuständig für Koordination und Partnerkontakte. Sie ist Präsidentin der Stiftung OGNA, Redaktorin des Calender Romontsch, ehemalige Sekundarlehrerin in Trun.
  • Simon Berger ist Leiter der kantonalen Denkmalpflege Graubünden. Er begleitet Planung und Wiederaufbau der Casa Carigiet und der weiteren Bauten nach denkmalpflegerischen Kriterien.
  • Remo Derungs ist Architekt und Ausstellungsgestalter mit grosser Erfahrung im Bereich Museumsbau und -einrichtung. Er leitet die Baukommission, entwirft mit seinem Team das bauliche Konzept, erstellt die Pläne bis zur Baueingabe und begleitet Wiederaufbau, Renovation und Einrichtung der Gebäude.  
  • Kajo Bächle leitet die Werbeagentur Clus in Chur und ist bei Trun Cultura für Kommunikation und Marketing zuständig. Er sorgt mit seinem Team für die digitale und analoge Bekanntmachung der Trun Cultura-Projekte.
  • Peter Fischer ist Kurator, Kunst- und Musikwissenschaftler, ehemaliger Leiter des Zentrums Paul Klee in Bern und des Kunstmuseums Luzern. In Absprache mit allen Kulturträgern erarbeitet er ein Ausstellungs- und Betriebskonzept für die Casa Carigiet und für die weiteren Häuser.
  • Thomas Imboden ist Kulturmanager und Fundraiser mit Wurzeln in Trun und Initiant von Trun Cultura. Er organisiert als OGNA-Stiftungsrat Events in der begehbaren Skulptur von Matias Spescha. Als Fachausschuss-Leiter ist er für die Finanzierung der Trun Cultura-Projekte zuständig.  

 

(Bilder: Yanik Bürkli/zVg.)