Broncos gewinnen Wahnsinnsspiel an der Ringstrasse

Die Calanda Broncos haben am Samstagabend an der Churer Ringstrasse im NLA-Spitzenkampf gegen die Basel Gladiators nach einem hochdramatischen Spiel mit 41:35 nach Verlängerung gesiegt.

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Die Basel Gladiators waren offensichtlich gewillt, den Broncos an der Churer Ringstrasse einen Fight zu zeigen. Die Gäste stiegen hochmotiviert ins Spiel und wählten gleich zum Spielbeginn den Ballbesitz – und dies mit Erfolg: Im ersten Drive orchestrierte Gladiators-Quarterback Bo Coleman eine Angriffsserie, die mit Passspiel und den flinken Beinen des amerikanischen Spielmachers immer wieder für Raumgewinn sorgte. Am Ende war es Receiver René Fink, der einen 31-Yard-Pass von Coleman völlig freistehend zum 7:0 für die Gäste verwertete. Die Broncos ihrerseits versuchten in der Folge mittels Laufspiel, die Kontrolle zu übernehmen, was aber nur eine Weile gelang, ehe die Basler einen 4. Versuch der Bündner stoppten und zwei Spielzüge später durch einen weitere sehenswerte «Bombe» von Coleman,  diesmal aus 36 Yards auf Henrik Brunner, zur frühen 14:0-Führung ausnützten.

Der Fehlstart der Broncos und der grösste Rückstand bisher in dieser Saison war Tatsache, eine Reaktion der Offense war gefordert. Broncos-Coach Geoff Buffum liess seinen amerikanischen Landsmann Conner Manning den Ball nun öfter werfen: In einem 3rd and 10 komplettierte Manning eine weiten Pass auf Lukas Lütscher, das Highlight des Drives folgte an der Goalline mit einem Trickspielzug: Ein Reverse auf Severin Murk endete im zweiten Spielviertel in einem 4-Yard-Pass auf den völlig freistehenden Quarterback Conner Manning, der damit einen seltenen Touchdown-Catch zum 7:14-Anschluss skorte.

Angriffsspektakel in der 1. Halbzeit

Die Defense der Broncos hatte aber weiter einen schweren Stand gegen den schnellen Basler Quarterback Bo Coleman, der sich immer wieder grossen Raumgewinn erlief. Und so legten die Basler nur wenige Minuten später wieder vor, diesmal durch einen Laufspielzug über Brunner aus kurzer Distanz zum 7:21. Die Broncos-Offense hielt dagegen, besonders die Kombination Conner Manning auf Severin Murk funktionierte nun bestens: Der letztjährige U19-Junior skorte postwendend aus 51-Yards zum erneuten Anschluss-Touchdown zum 14:21.

Das hoch attraktive Angriffsspektakel setzte seine Fortsetzung nun in der vierten Angriffsserie der Basler, und nicht wenige an der gut gefüllten Churer Ringstrasse fragten sich, wie die Broncos-Defense den überragenden Gladiators-Quarterback stoppen sollte. Tatsächlich blieb der ehemalige Quarterback des Fort Lewis College ein Alptraum für die Broncos Defense: Nach einem weiteren zeitraubenden Drive skorte der 23-Jährige zwei Minuten vor der Pause aus acht Yards auf 28:14.

Starke Broncos-Offense

Die Broncos-Offense um ihren Quarterback Conner Manning lief nun ihrerseits auf höchster Betriebstemperatur, eine halbe Minute vor der Pause fing Tight End Marco Musio aus 17 Yards den wichtigen Anschluss-Touchdown von Manning zum 28:21. Die Bündner erhielten zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ball und setzten ihren guten Lauf umgehend fort: Diesmal war es Tino Muggwyler, der den dritten Touchdown-Pass von Manning aus 31-Yards zwei Minuten nach Wiederanpfiff zum 28:28-Ausgleich fing. Das Spiel konnte neu beginnen.

Und wieder hatten die Basler eine sofortige Antwort: Nach einem weiteren Big Play, diesmal bediente Coleman René Fink über 70 Yards, legten die Gäste umgehend wieder auf 35:28 vor. Die Broncos Offense wurde in der Folge gestoppt, die Basler bekamen damit die Chance, wieder auf zwei Touchdowns davonzuziehen. Doch auch die Broncos Defense schaltete nun einen Gang hoch und holte sich den Ballbesitz zurück. Und diesmal schlugen die Bündner Kapital, trotz zahlreichen Strafen auf Seiten der Broncos: Diesmal bediente Manning seinen Receiver Severin Murk aus 19 Yards zum 35:35-Ausgleich.

Basels Turnover im vierten Viertel

Und wieder konnte das Spiel neu beginnen, rechtzeitig zum vierten Spielviertel. Und nun schlug die Stunde der Defenses. Ein abgefälschter Pass Colemans sorgte für den von den Fans so dringend ersehnten Turnover: Nico Ritter krallte sich den Ball aus der Luft und eröffnete den Broncos mit der Interception die erste Chance auf eine Führung im nun hoch dramatischen Spitzenkampf. Die Bündner nutzten die Gelegenheit nicht, Conner Manning wurde postwendend fast in gleicher Manier nach einem abgelenkten Pass interceptet. Die Defense der Broncos blieb nun aber dran, ein knallharter Blindside Sacke von Erik Rageth im dritten Versuch brachte die Broncos wieder in Ballbesitz. Einmal mehr bestraften sich die Bündner mit Strafen aber selbst, so dass die Broncos, die in den letzten zehn Jahren nur ein (!) Meisterschaftsspiel an der Ringstrasse verloren hatten, den Ball viereinhalb Minuten vor Schluss wieder abgeben mussten. 

Dramatische Schlussphase

Und diesmal sorgten die Gladiators für die vermeintliche Entscheidung: Nach einigen ultraknappen Situationen, unter anderem einer Zentimeter-Entscheidung in einem vierten Versuch und einem missglückten Snap kamen die Gladiators 25 Sekunden vor Schluss zum entscheidenden Field Goal aus 30 Yards. Der Kick segelte zum grossen Jubel der knapp 600 Fans an der Ringstrasse im strömenden Regen aber am Torpfosten vorbei – die Verlängerung musste entscheiden.

Basel begann zuerst im Angriff, wurde von der Broncos-Defense aber zurückgedrängt und zu einem langen Field Goal gezwungen. Auch dieses misslang, so dass die Broncos einen Matchball für den Sieg erhielten.

Und dann, um 20:46 Uhr war es auf einen Schlag vorbei: Conner Manning bediente Lukas Lütscher zu einem 25-Yard-Touchdown und damit zur Entscheidung. Die Broncos siegen 41:35 nach Verlängerung – what a game!

 

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(Bild: GRHeute)