Ein neuer Trainer gegen die Ratlosigkeit

Das 1. Liga-Team des EHC Arosa gibt derzeit sowohl den Verantwortlichen als auch den Fans Rätsel auf. Nachdem die auf diese Saison hin neu zusammengestellte und  stark verjüngte Mannschaft in der Qualifikation über weite Strecken begeisterndes und auch erfolgreiches Eishockey geboten hat, bringt sie jetzt in der Masterround kein Bein mehr vor das andere.

Die stolze Zwischenbilanz Ende Dezember fiel mit 16 Siegen in 22 Spielen und daraus resultierenden 45 Punkten beeindruckend aus. Im Januar läuft es nun aber – abgesehen von einigen positiven Ansätzen und vom mehr als verdienten Auswärtssieg gegen den Kantonsrivalen EHC Chur – überhaupt nicht mehr rund, wobei 7 Niederlagen in 8 Partien eine deutliche Sprache sprechen.

Starke Leistungsschwankungen sind für eine derart junge Mannschaft, wie sie die Aroser stellen, eigentlich nichts ungewöhnliches. Aber der eklatante Leistungsabfall gibt doch zu denken. Vereinspräsident Lutta Waidacher hat kürzlich in einem Interview mit GR Heute gemutmasst, dass die Wahrheit hinsichtlich des Leistungsvermögens des EHC Arosa wohl irgendwo in der Mitte liegt: «Die Mannschaft ist nicht so gut, wie es vor allem in der ersten Hälfte der Qualifikation ausgesehen hat. Anderseits ist sie aber auch nicht so schlecht, wie es momentan aussieht und wie es die aktuellen Resultate vorgeben.»

Wie aber ist dieser Leistungseinbruch zu erklären und warum zeigt die Mannschaft immer wieder zwei völlig verschiedene Gesichter?

Fehlende Kraft oder mangelnde Disziplin?

Tatsache ist, dass die mit Talenten gespickte Mannschaft mit ihrem unbändigen Einsatz und ihrer grossen Laufbereitschaft ein sehr kräftezehrendes Eishockey spielt. Zusammen mit dem riesigen Trainingsumfang scheinen die Spieler ganz einfach an ihre psychischen und physischen Grenzen gestossen zu sein. Dies würde unter anderem die hauptsächlich in der Defensive auftretenden Aussetzer erklären, die von den Gegnern kompromisslos zu Toren ausgenutzt werden. Aufwand und Ertrag stimmen bei den Arosern derzeit überhaupt nicht überein. Vor allem die Bilanz in den letzten 20 Minuten fällt vernichtend aus, konnten sie doch in 8 Spielen der Masterround nur ein einziges Schlussdrittel für sich entscheiden. Dass mit der Ermüdung auch die taktische Disziplin verloren geht, ist nachvollziehbar.

Ein junges Team sucht sein Heil normalerweise immer in der Offensive. Genau dies scheint in der jetzigen Situation aber die falsche Lösung zu sein. Will der EHC Arosa spätestens in den Playoffs den Turnaround schaffen, müssen aus den gemachten Fehlern unbedingt die richtigen Lehren gezogen werden. Ansonsten bleibt den Arosern nur noch die Hoffnung, in den Viertelfinals auf den EHC Chur zu treffen, dem es bekanntlich auch nicht optimal läuft.

Ein Derby voller Brisanz?

Das ergäbe dann allerdings angesichts der Tatsache, dass der gegenwärtige Headcoach des Stadtclubs, Herbert Schädler, ab der nächsten Saison in Arosa an der Bande stehen und die sportlichen Geschicke leiten wird, eine überaus spannende Ausgangslage. Und für Zündstoff wäre zwar gesorgt, aber wie lange würde das wohl gut gehen?

 

(Bild: zVg.)