Als der Fussball seine Unschuld verlor

Der Fussball hat in den letzten 30 Jahren viele schwere Schläge erlebt, auch in Europa. Unvergessen die Heysel-Katastrophe 1985 oder das Sheffield-Desaster 1989.

Heute vor elf Jahre war auch so ein schwarzer Tag – auch wenn er keine Menschenleben forderte. Der Schiedsrichter Robert Hoyzer gab nämlich seinen Rücktritt. Und gestand dabei, Spiele gegen Sach- sowie Geldzuwendungen manipuliert zu haben, um den Insidern fette Wett-Gewinne zu ermöglichen. Der Skandal weitete sich aus und zog sich bald durch alle Länder, durch fast alle Ligen.

Von diesem Tag an vermuten Skeptiker bei jeder Fehlentscheidung eines Schiedsrichters Korruption und Betrug. Im letzten Jahr konnten sich bestätigt fühlen: Bis in die höchsten Spitzen der FIFA wurden den Verantwortlichen Bestechung und illegale Geldzuweisungen nachgewiesen. Und wäre das Spiel Fussball weltweit nicht derart stark und populär, wäre es an diesen Skandalen wohl schon längst zerbrochen.

Wir freuen uns deshalb weiter an Toren und Stars und fragen uns, ob die kriminelle Schattengesellschaft davor und dahinter den Fussball irgendwann kaputt machen werden.

Übrigens: Robert Hoyzer spielt mittlerweile aktiv als Amateurfussballer. Schiedsrichter darf er nie mehr sein.

 

(Bild: EQ Images/Christof Koepsel)