Welcher Jägerin gelingt der Blattschuss?

Seit gestern kann man auf der Wahlseite des offiziellen Verbandsmagazins des ‹Schweizer Jägers› für die Schweizer Jägerin 2016-2018 voten. Unter den zehn Finalistinnen sind sieben aus Graubünden.

«Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Die erste Ausgabe der Wahl zur ‹Schweizer Jägerin des Jahres› riefen wir zum 100-jährigen Jubiläum des Schweizerischen Patentjäger- und Wildschutzverband ins Leben», erinnert sich Kurt Gansner, Chefredaktor des offiziellen Verbandsmagazins, «ich brachte damals die Idee im Vorstand ein, wir liessen’s einfach laufen und wurden dann total überrumpelt. 19 Kandidatinnen aus 9 Kantonen machten mit. Namhafte Medien wie der Blick und die Coop-Zeitung berichteten plötzlich über die Wahl.»

Mit der Walliserin Kerstin Kummer (Bild) wurde eine junge Frau gewählt, die in den Medien gut ankam und der Premiere nationale Aufmerksamkeit einbrachte. Was eigentlich wenig erstaunt, wurden doch insgesamt nicht weniger als 35’000 Online-Stimmen abgegeben. Dabei sei das Bild der Wahl in den Medien verfälscht worden, sagt Gansner. «Die Berichterstattung hat sich in die Richtung bewegt, dass es sich um eine Miss-Wahl handle. Dabei wollten wir nicht, dass es so rüberkommt.»

Jagdgross

Der Titel als ‹Schweizer Jägerin» hat einen anderen Anspruch: Die Auserwählte fungiert in erster Linie als Botschafterin für die Jagd. Imagepflege heisst das Thema, die Jagd soll bei den Jungen wieder salonfähig werden. «Wenn man in einer Schweizer Grossstadt etwas von der Jagd erzählt, stellen sie sich ältere Männer mit Bart vor. Das wollen wir ändern», gibt Gansner zu verstehen, «die Jägerin des Jahres soll die Leidenschaft und die Begeisterung fürs Jagen rüberbringen. Wir wollen zeigen, dass das Schiessen selbst, auf das die Jagd von vielen reduziert wird, nur ein Bruchteil des Ganzen ist.»

«Es gab Morddrohungen»

Um die optimale Botschafterin für die nächsten beiden Jahre zu finden, wurde das  Auswahlverfahren für die zweite Austragung etwas geändert. In einer reinen Pubikumswahl werden zuerst aus den zehn Kandidatinnen die Top 3 gewählt. Eine Fachjury wählt aus diesen dann die geeignete Botschafterin aus. «Man darf die Aufgabe nicht unterschätzen, es ist anspruchsvoll», so Gansner, «man wird als Siegerin auch kritisiert und muss einstecken können. Das wurde bei der ersten Wahl so extrem, dass die Mutter einer Kandidatin jeweils die Briefe für ihre Tochter vorsortieren musste. Wir haben sogar einen Brief mit einer Morddrohung erhalten.» Als Urheber vermutet er «fundamentalistische Tierschützer, die ein Tierleben über ein Menschenleben stellen».

Nach der erfolgreichen Premiere habe das Amt dann entschieden, mit der Wahl weiter zu machen. Für die zweite Austragung für die Jägerin 2016-2018 haben sich «nur» noch zehn Jägerinnen für die Wahl beworben. Für Gansner ein Beleg, dass der Anlass an Qualität gewonnen hat. «Es ist nicht mehr nur ein Plauschanlass. Alle zehn sind ausgezeichnete Kandidatinnen. Sie haben zwar relativ wenig Erfahrung, bringen aber die Freude an der Jagd für Junge rüber.»

Bereits über 2000 Stimmen am ersten Tag

Als Preis wirkt der Gewinnerin eine komplette Jagdausrüstung im Wert von 10’000.-, die Teilnahme an einer Jagdreise im Ausland und viele neue mediale und jagdliche Kontakte und Begegnungen an den verschiedensten Auftritten. «Unsere amtierende Kerstin Kummer hat gerade kürzlich wieder betont, wie viel sie in diesem Jahr gelernt habe», so Gansner.

Das Format scheint auf jeden Fall zu funktionieren. Am gestrigen Starttag gingen bereits über 2000 Stimmen ein, noch bis am 15. Januar kann man täglich einmal für die favorisierte Jägerin voten. Die offizielle Vorstellung der neu gewählten Schweizer Jägerin findet am 20. Februar an der Messe FISCHEN JAGEN SCHIESSEN in Bern statt. 1500 Jägerinnen gibt es in der Schweiz, zur Wahl stehen zehn Teilnehmerinnen, darunter sieben Bündnerinnen:

  • Nadja Ambühl (26), Davos
  • Eliane Huber, (47), Celerina
  • Seraina Camenisch (22), Schluein
  • Sunniva Coray (25), Sufers
  • Silvana Stecher (24), Tarasp
  • Ladina Tschopp (28), Klosters
  • Alice Vetsch (29), Arosa

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Hier geht’s zum Interview des Schweizer Fernsehens mit der ersten Schweizer Jägerin des Jahres Kerstin Kummer.

 

(Bilder: zVg.)