«Gipfel-Zeitung» hat schon wieder Ärger

Im Oktober und November war die «Gipfel-Zeitung» in Davos wegen rassistischen Publikationen heftig unter Beschuss geraten (GRHeute berichtete). Die unappetitliche Geschichte ist nun um ein neues Kapitel reicher: Gegen die Gipfelzeitung wurde wegen eines neuerlichen Vorfalls eine weitere Strafanzeige eingereicht. 

Die Gipfel-Zeitung hat von den Vorfällen im Oktober und November bereits mehrere Presseratsbeschwerden und Prüfungen der Staatsanwaltschaft am Hals. Dies beeindruckt die Macher aber offenbar nicht besonders. Jetzt hat die CaBi-Anlaufstelle gegen Rassismus in St. Gallen bei der Staatsanwaltschaft Graubünden gegen den Redaktor der Davoser GipfelZytig und gegen eine anonyme Leserbriefschreiberin eine neue Strafanzeige erstattet. Dabei geht es um einen Beitrag in der Ausgabe vom 20. November – rund zwei Wochen nach den letzten Ereignissen.

Im veröffentlichten Leserbrief werden Menschen aus Afrika als «Tiere» bezeichnet: «Niemand, der nicht den direkten Kontakt erlebt hat, kann sich vorstellen, was für ‚Tiere‘ diese Leute sind, speziell diejenigen aus Afrika…».

Diese Veröffentlichung verstösst gemäss der CaBi in krasser Weise gegen Art. 261bis des Strafgesetzbuches. Nach diesem Artikel macht sich strafbar, wer öffentlich eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt.

Gemäss einer CaBi-Mitteilung kursiert der Text des Leserbriefs im Internet, die ursprüngliche Autorschaft ist nicht bekannt. Für das Weiterverbreiten eines solchen Texts sind gemäss CaBi-Mitarbeiter Walter Brunner jedoch die Verfasserin des Leserbriefs und die Redaktion der GipfelZytig verantwortlich: «Der Redaktor der GipfelZytig wurde in den letzten Jahren wiederholt wegen rassistischer und fremdenfeindlicher Publikationen gerügt und 2013 zu einer bedingten Strafe verurteilt.»

 

(Bild: Screenshot GRHeute)