«Ich bin eine kreative Landfrau»

Iris Riatsch aus Vnà macht bei der «Landfrauenküche» auf SRF mit. Ihre Mission: Die Engadiner Küche weiter geben.

Bei Iris Riatsch hat alles seinen Hintergrund. Oder anders: Was Frau Riatsch anpackt, hat immer mit Kunst zu tun. Die Hauptrolle dabei hat immer eine Arve. So auch beim Mahl, dass sie den anderen Landfrauen auftischte: Das Menukarte wurde auf Arvenholz geschnitzt – das Dessert auch auf einem Arventeller. Dekoriert mit einem kleinen Arven-Ästchen.

Eine Künstlerin kann kein Essen dem Zufall überlassen. Eine Message war ihr dabei besonders wichtig: «Ich will die Engadiner Küche weiter geben.» Darum gab es zur Vorspeise Capun an Morchelsauce mit einer geräucherten Inn-Forelle, zur Hauptspeise Hirschschnitzel an Wachholdersauce mit Krautpizokels und zum Dessert Löwenzahn und Pfefferminz-Lavendeleis, Beerenkompott, Eierlikörparfait und ihre Eigenkreation «Iris’ Engadinerli».

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Dass Iris eine Künstlerin in der Wild-Bearbeitung ist, ist in Vnà ein offenes Geheimnis. Aber Löwenzahn und Pfefferminz-Lavendeleis? «Das Ganze ist ein Projekt in sich. Ich habe schon im Frühling angefangen, die Pflanzen zu sammeln und zu verarbeiten», sagt Iris Riatsch. Aber wie kommt man auf diese Idee? «Ich wollte mit Pflanzen von unserer Umgebung etwas kreieren. So entstanden auch die Löwenzahnkapern für die Forelle.»

Ist Iris nun der Star der «Landfrauenküche», wie der Blick geschrieben hat? «Nein, das mag ich gar nicht, wenn ich so bezeichnet werde. Ich mache das aus Spass und weil ich die Engadiner Küche weiter geben will», sagt die 62-Jährige. Weitergeben tut die Zürcherin ihr Wissen auch an ihre Enkel – jedes hat sein eigenes Kochtagebuch. Einmal im Monat wird mit der Nona gekocht. Das Rezept schreibt der Bazegner mit wunderschöner Schrift ins Tagebuch.

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Der Bazegner ist Domenic Riatsch, Bauer aus Vnà. Iris Riatsch schrieb schon mit 13 Jahren einen Aufsatz, in dem sie erzählte, dass sie dereinst in Vnà wohnen möchte und Domenic Riatsch ihr schon damals imponierte. Und so kam es auch! Ihr Mann hat ihr immer den Rücken gestärkt – «ohne ihn wäre das alles nicht gegangen», sagt Riatsch. Er liess sie schlafen, weil sie wegen der vier Kinder nur nachts malen konnte. Für die «Landfrauenküche» besuchte er einen Servierkurs in einem Restaurant im Dorf, damit er das Essen auch korrekt präsentieren konnte.

Wenn der ganze Trubel um die «Landfrauenküche» vorbei ist, will sie wieder Bilder kreieren. Denn jetzt, wo ihre Kinder aus dem Haus sind und sie genug Zeit hat, will sie diese auch nutzen. Und dabei wie immer, seit sie in Vnà ist, auf sich selbst und nicht auf andere hören.

chascharia.ch, die Landfrauen-Sendung mit Iris Riatsch in der Hauptrolle unter diesem Link." />

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(Bilder: srf.ch/Iris Riatsch)