Linas Blog: Lüt vu Graubünda

Lina Moser ist Bloggerin aus Grüsch und porträtiert in unregelmässigen Abständen «Lüt vu Graubünda». Dabei berichtet sie über einen Aspekt aus dem Leben eines oder einer «normalen» BündnerIn. Der Blog ist lose angelehnt an die populäre Webseite «Humans of New York».

 

Priska Klaas, Jenaz

«Ich war sehr gerne Hausfrau und Mutter meiner vier Kinder, aber ein bisschen froh, dass die schon gross sind, bin ich doch. Jetzt kann ich wieder machen, was ich schon immer wollte und gemacht habe: Mich als Kindergärtnerin den Kindergärtnern zu widmen.

Das wurde eigentlich schon zu meinem absoluten Berufswunsch, als ich selber noch in den Kindergarten ging. Gottseidank habe ich die Aufnahmeprüfung zur Ausbildung bestanden! Ich war so sicher und überzeugt von diesem Ziel, dass ich andernfalls gar nicht gewusst hätte, was ich sonst mit mir hätte anfangen sollen.

Normalerweise bin ich auch jedes Jahr als Köchin in verschiedenen Lagern dabei, nur dieses Jahr habe ich ausgesetzt, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben eine grosse Reise unternommen habe. Mit meiner Tochter habe ich mich aufgemacht, Brasilien zu erkunden. Auch weit weg in der Fremde gab es die eine oder andere Situation, die mich direkt wieder an meine Kindsgeler denken liess. Meine Tochter fragte mich dann, ob ich eigentlich auch einmal nicht an die Kindergärtner denken könne.

Ja, auch wenn es mir keiner so richtig glaubt, ich vermisse die Kinder während den Ferien. Es war sogar schon mal so, dass mein Mann und ich uns während einem kinderlosen Urlaub – also nur wir zwei allein – auf dem Spielplatz wiedergefunden haben, wo wir bereits dabei waren, die Kegel zum Spielen aufzustellen. Ich sagte zu ihm: He, sieht das nicht komisch aus? Wir haben gar keine Kinder dabei! Er lachte nur, fuhr fort, die Kegel aufzustellen und wir spielten.

 

 

(Bild: Lina Moser)