Am Stammtisch

Ein Wochen-Rückblick der anderen Art. Wildmannli war wieder mal in der Beiz. Am Stammtisch diskutieren Marco und Gian-Luzi. Ungefähr so. 

 

Marco: «Du, also der Gasser, der hat einen schönen Seich gemacht.»

Gian-Luzi: «Jetzt übertreibst Du also ein bisschen. Was ist schon dabei, wenn er sein Ökomobil mit dem Anhänger durch Graubünden karrt?»

Marco: «Einfach nicht sehr ökologisch, würd ich sagen. Und dass er den Wählern vorgaukelt, er sei mit seiner Rikscha unterwegs, ist doch einfach Bschiss.»

Gian-Luzi: «Ach Quatsch, das Öko-Mobil ist doch einfach sein Markenzeichen. Soll er etwa mit 20 Stundenkilometern nach Poschiavo fahren? Diese Story ist doch gesucht.»

Marco: «Naja, jeder hat seine Meinung. Hast Du eigentlich gelesen, was der Herr für eine Fahrzeugflotte in der Garage hat?»

Gian-Luzi: «Nö.»

Marco: «Ein vollelektrisches Twike, einen vollelektrischen Smile und einen Tesla.»

Gian-Luzi: «Was? Smile? Tesla? Tönt nach Taschentüchern.»

Marco: «Das sind Elektroautos, die laufen glaubs mit Wasser..»

Gian-Luzi: «So was gibts? Cool.»

Marco. «Ja. Immerhin kann der Gasser jetzt mit seinen Mini-Autos locker zwischen Haldenstein und Chur hin und her fahren. Hast du gehört von der Autobahn-Baustelle?»

Gian-Luzi: «Ja. Kein Geld mehr, um weiter zu bauen.»

Marco: «Dann bleibt’s halt so wie’s ist. Wir haben ein halbes Jahr Baustelle ohne Arbeiter.»

Gian-Luzi: «Ist mir wurst. Ich fahr eh mit der RhB.»

Marco: «Wenn sie denn fährt bei all den umgestürzten Bäumen.»

Gian-Luzi: «Dafür sahnen die Busse und Taxis endlich wieder mal ab.»

Marco: «A propos absahnen: Hast du gesehen, wie der Büali an den Hockey Awards abgeräumt hat?»

Gian-Luzi: «Man muss ihn einfach gern haben. Ein echter Bündner Grind. Aber warum sie diese Auszeichnungen mitten im Saisonstart vergeben, check ich nicht.»

Marco: «Ich auch nicht. Jetzt wollen wir doch Hockey sehen und keine Muskelprotze in Schlips!»

Gian-Luzi: «Am Wochenende gehts übrigens auch im Unihockey wieder los.»

Marco: «Alligator wird Chur am Samstag so richtig fertigmachen.»

Gian-Luzi: «Glaubst du das wirklich?»

Marco: «Ich denk schon. Die Churer sind noch 2, 3 Jahre weg von der Schweizer Spitze.»

Gian-Luzi: «Übrigens, Marco, warum gehst du eigentlich nicht mehr auf die Jagd? Hast du Angst vor den Bären und Wölfen?»

Marco: «Sicher nicht mit dem Gewehr in der Hand. So einer muss mir nur mal vor die Flinte kommen.»

Gian-Luzi: «Aber du gehst ja nicht mehr zur Jagd.»

Marco: «Aber das Gewehr steht immer noch bereit.»

Gian-Luzi: «Ok. Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen.»

Marco: «Da bin ich nicht allein. Der Gehla ist nämlich auch nicht mehr zu helfen. Die gibts nie mehr.»

Gian-Luzi: «Doch, doch, nur heisst sie jetzt Guarda. Der Domenig wollte einfach seine Gehla für sich behalten. Oder wenigstens den Namen.»

Marco: «Das ist vorbei. Glaubs mir: So wie das tönt, kann ich in Zukunft grad so gut auf den Grüscher Dorfmarkt.»

Gian-Luzi: «Hmm. Wollen wir eigentlich noch in den Ausgang?»

Marco: «Warum? Ist doch gemütlich hier. Wo willst du denn hin? Ins Selig?»

Gian-Luzi: «Aff, das gibts jetzt denn ja auch nicht mehr.»

Marco: «Das auch noch. Alles stirbt aus in Graubünden. Nur von den grossen wilden Tieren gibts immer mehr.»

Gian-Luzi: «Das Selig war mir eh zu laut. Da konnte man sich ja nicht mal mehr selbst hören.»

Wildmannli muss aufs WC.